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Nina Hagen
Nina Hagen, 1955 als Catharina Hagen in Ost-Berlin geboren, zählt seit Jahrzehnten zu den prägendsten und zugleich eigenständigsten Persönlichkeiten der deutschsprachigen und internationalen Musik- und Kulturszene. Aufgewachsen in einem Künstlerhaushalt, entwickelte sie schon früh eine ungewöhnliche stimmliche und schauspielerische Präsenz. Erste berufliche Erfolge feierte sie noch in der DDR: Neben Rollen in DEFA-Produktionen wurde sie durch den Hit „Du hast den Farbfilm vergessen“ zu einer der populärsten jungen Stimmen des Landes. Wie man später in den Jahren 1988 und 2010 in ihren Autobiografien "Mein sinnliches und übersinnliches Leben" und "Bekenntnisse" erfahren konnte, war sie als junger Mensch in der DDR grenzwertigen Gefahren ausgesetzt. Ihr Leben nahm jedoch durch eine Nahtod-Erfahrung auf LSD, die sie selbst als "Feuertaufe im heiligen Geist" bezeichnet, im Jahr 1972 eine positive Wende, denn ihr Glaube an Gott und Jesus Christus prägt seitdem ihr Leben. Das verkündet sie seit den späten 70er Jahren immer mehr auf ihren Konzerten. Ihre damalige Nähe zu der DDR-Liedermacher- und Oppositionsszene, insbesondere zu Wolf Biermann, führte 1976 zur Ausreisegenehmigung – ein politischer Einschnitt, der den Ausgangspunkt ihrer internationalen Karriere als Sängerin bildete.
Im Westen fand Hagen in der entstehenden Punk- und New-Wave-Bewegung ein künstlerisches Umfeld, das ihrer Ausdruckskraft und Experimentierfreude Raum bot. 1977, mitten in der Punk-Revolution und während ihres ersten Aufenthaltes in London, spielte sie die weibliche Hauptrolle in "The Go Blue Girl", einem avantgardistischen Kurzfilm von Juliana Grigorova, die in den 80er Jahren ihre Managerin wurde und viele Pop-Musikvideos und Konzert-Mitschnitte mit ihr produzierte. Zurück in West-Berlin entstand 1977 die legendäre Nina Hagen Band, aus Mitgliedern der "alten" Lokomotive Kreuzberg und dem Keyborder Reinhold Heil. Gefolgt vom gleichnamigen Debütalbum von 1978 setzte "Nina Hagen Band" einen Meilenstein der deutschen Popgeschichte. 1979 trennte sich Nina Hagen von ihrer Band und geht zurück auf Solo-Pfade in die Freiheit.
Sie verlegte ihren Lebens- und Arbeitsschwerpunkt nach New York und Los Angeles, wo sie den internationalen Avantgarde-Diskurs aufgriff und zu einer unverwechselbaren künstlerischen Sprache weiterentwickelte. Sie wurde schwanger und glücklich mit ihrem ersten Kind Cosma und gleichzeitig auch mit Ihrem ersten englischsprachigen Album “Nunsexmonkrock”, welches 1982 erscheint: kompromisslos, expressiv und ästhetisch wegweisend für die künstlerische Freiheit. Parallel zu ihrer musikalischen Arbeit entstand ein öffentliches Bild, das Hagen als eine der markantesten Stimmen und Performerinnen im kulturpolitischen Diskurs etablierte. Beim legendären Rock in Rio in 1985 und auf ihren Tourneen in Nord- und Südamerika, Japan und Europa, eroberte sie ihr treues und euphorisches Publikum immer wieder.
Nina Hagen positionierte sich früh und deutlich zu Themen wie Frieden und Gerechtigkeit, Antirassismus, Umweltschutz, Tierrechten und Menschenwürde – ein Engagement, das bis heute untrennbar von ihrer Person ist. Die Geburt ihrer beiden Kinder Cosma (1981) und Otis (1990) markierten persönliche Lebensmomente in einer Zeit intensiver menschlicher und künstlerischer Entwicklung.
Hagens stilistische Einzigartigkeit und Diversität zieht sich weiterhin konsequent durch ihr Werk, dass seit den späten 70er Jahren bis heute Rock- und Popalben, elektronische Produktionen, spirituell-religiöse Musik, Gospel & Brecht-Programme sowie deutsch- und englischsprachige Konzeptalben umfasst. Werke wie Angstlos/Fearless (1983), In Ekstase/In Ecstasy (1985), Nina Hagen (1989), Street (1991), Revolution Ballroom (1993), BeeHappy & Freud Euch (1996), Return of the Mother (2000), Irgendwo auf der Welt (2006), das englischsprachige Gospel-Rock-Album Personal Jesus (2010), das deutschsprachige Volksbeat (2011) oder UNiTY (2022) stehen exemplarisch für die Breite ihres Repertoires.
Unabhängig vom Genre bleibt ihr künstlerisches Credo konstant: radikale Authentizität, soziale Haltung und die stete Weigerung, sich ästhetisch festlegen zu lassen. Auch außerhalb der Musik bleibt Nina Hagen kulturell präsent und lässt sich 2009, im Alter von 54 Jahren, offiziell taufen. Sie produziert ihr erstes und selbstfinanziertes Gospelalbum und schrieb und veröffentlichte ihre Autobiografie und ging auf große Gospelmusik-Tournee und Lesereisen. Sie arbeitet weiterhin als komödiantische Schauspielerin und Synchronsprecherin, produzierte Hörbücher, trat als TV-Persönlichkeit in Erscheinung und kooperierte mit Künstlerinnen und Künstlern unterschiedlichster Genres – von Punk-Legenden bis zu Orchestermusikerinnen, von Pop-Formationen bis hin zu Literatur- und Performance-Projekten. Ihre Live-Auftritte, in unterschiedlichsten Besetzungen und Formaten, haben bis heute Kultstatus.
Nina Hagen ist eine künstlerische Ausnahmeerscheinung: eine Sängerin und Performerin mit internationaler Strahlkraft, eine politisch wache Stimme und eine Persönlichkeit, deren Werk über fünf Oktaven und Jahrzehnte hinweg konsequent zwischen Kritik, Spiritualität, Entertainment und künstlerischer Innovation vermittelt. Ihr Einfluss reicht weit über die Musik hinaus und macht sie zu einer der unverwechselbarsten Frauen der deutschen und internationalen Kulturgeschichte der Gegenwart.
Im Dezember 2025 veröffentlichte sie mit Groenland-Records ihre erste Single "Somebody Prayed For Me" von ihrem 20. Studio-Album "HiGHWAY TO HEAVEN", welches im März 2026 erscheint.














