GÖRL
Am 29. Mai 2026 erscheint das erste Album von GÖRL: »Dark Silver Moon Light«. Hinter GÖRL stehen mit DAF-Legende Robert Görl und die stilprägende DJ- und Produzentin Sylvie Marks zwei Pionier:innen der elektronischen Musik.
Robert Görl gründete 1978 mit Gabi Delgado die legendäre Postpunk-Gruppe Deutsch Amerikanische Freundschaft (DAF). Mit radikal reduzierten, ikonischen Sequenzen, brutalistisch anmutenden Drums und provokativer Ästhetik gelangen DAF zeitlose Hits wie »Der Mussolini«. Sylvie Marks wiederum war die erste und einzige weibliche Resident-DJ des legendären Frankfurter Clubs Dorian Gray. Später veröffentlichte sie als Produzentin internationale Club-Hits und trat auf Festivals wie Roskilde auf.
Seit sechs Jahren verbindet Robert Görl und Sylvie Marks eine funkensprühende Kreativpartnerschaft, die in der Veröffentlichung ihres ersten gemeinsamen Albums als GÖRL gipfelt, »Dark Silver Moon Light«. Das Album denkt die ästhetische Tradition von DAF mit und transzendiert sie zugleich in Gegenwart und Zukunft.
Surreale Szenen, überraschende Parallelen und schicksalhafte Ereignisse waren von Anfang an typisch für die Geschichte von GÖRL. Begonnen hatte alles mit einem zutiefst irdischen Problem: Irgendwann im Jahr 2019 war die Waschmaschine der Frankfurter DJ und Produzentin Sylvie Marks kaputtgegangen. Mit auf mehrere Taschen verteilter Wäsche saß sie in der U-Bahn der Linie 5 auf dem Weg zum Waschsalon. In dieser wenig erquicklichen Situation erkannte sie plötzlich einen anderen Fahrgast. Dieser Typ dahinten in der U-Bahn, war das nicht Robert Görl?
Der klassisch ausgebildete Schlagzeuger und Keyboarder Robert Görl gründete 1978 mit Gabi Delgado die legendäre Postpunk-Gruppe Deutsch Amerikanische Freundschaft DAF. Er ist eine zentrale Figur der europäischen Elektronikgeschichte. Mit radikal reduzierten, ikonischen Sequenzen, brutalistisch anmutenden Drums und provokativer Ästhetik legten DAF das Fundament für EBM, Industrial Dance und Techno. Ihnen gelangen zeitlose Hits wie »Der Mussolini«, »Verschwende Deine Jugend« und »Kebab Träume«.
Sylvie Marks wiederum war die erste und lange Zeit einzige weibliche Resident-DJ des legendären Frankfurter Clubs Dorian Gray. Später veröffentlichte sie als Produzentin auf prägenden Labels wie International Gigolo und Bpitch Control internationale Club-Hits und trat auf Festivals wie dem Roskilde und in einigen der weltweit wichtigsten Clubs auf. Und nun stand plötzlich Robert Görl vor ihr. In einer U-Bahn.
Einige Facebooknachrichten und ein paar Kaffee später stand fest: Es gab zahlreiche Querverbindungen, gemeinsame Bekannte. Die Lebenslinien von Görl und Marks hatten sich immer wieder unbewusst gekreuzt, sodass es beinahe ein Wunder war, wie spät sie einander kennengelernt hatten.
Seit jenem schicksalhaften Tag in der U-Bahn verbindet Robert Görl und Sylvie Marks eine funkensprühende Kreativpartnerschaft, die in der Veröffentlichung ihres ersten gemeinsamen Albums als GÖRL gipfelt, »Dark Silver Moon Light«.
Ehe es so weit war, geschah indes Entscheidendes. Nach der Begegnung wollten DAF zunächst in dem von Sylvie Marks vermittelten Frankfurter Studio ihres langjährigen musikalischen Partners HAL9000 ein neues Album aufnehmen. In diese Frühphase fiel der tragische Tod von Gabi Delgado im März 2020. »Das war ein totaler Schock, der für mich aus dem völligen Nichts kam«, sagt Robert Görl.
Lange war unklar, wie es weitergehen sollte, bis in Görl und Marks der Entschluss reifte, auf Basis der bisherigen Ideen ein letztes DAF-Album zu realisieren, auch als Hommage an Gabi Delgado und das Vermächtnis dieser einmaligen Band. So entstand »Nur noch einer« aus dem Jahr 2021, das finale DAF-Album.
Nach dieser ebenso schmerzhaften wie aber auch künstlerisch befruchtenden Erfahrung war endgültig klar, dass sie den eingeschlagenen Weg gemeinsam weitergehen wollten. Durch diverse Rechtsstreitigkeiten stand fest, dass der Name DAF für das neue Projekt nicht zur Verfügung stehen würde. Er hätte ohnehin nicht gepasst. »Wir hätten niemals eine Band sein können«, sagt Sylvie Marks. »Für mich war immer klar: Ich kann mir jetzt nicht so einen DAF-Stiefel anziehen, der mir nicht gehört und auch nicht passt.«
In dieser Gemengelage ergab sich ein weiterer Zufall, der sich im Rückblick als Glücksfall erweist. In Görls Wohnung kullerte ein uralter Button mit der Aufschrift Görl von seinem Schreibtisch. Er war vor Jahren für ein Soloprojekt produziert worden und landete wie von Zauberhand gesteuert direkt vor Sylvie Marks’ Füßen. Plötzlich war er da, der Name für die gemeinsame Band.
GÖRL ist kurz, prägnant, ikonisch. Der Name denkt die ästhetische Tradition von DAF mit und transzendiert sie zugleich in Gegenwart und Zukunft. Und aus englischer Perspektive klingt sogar die Mitwirkung von Sylvie Marks an, als, nun ja, Girl, wie die beiden sagen.
»Ich selbst wäre nicht darauf gekommen«, sagt Robert Görl. »Wenn man mit so einem Nachnamen sein ganzes Leben verbringt, findet man den ja nicht unbedingt besonders, da musste schon jemand von außen kommen, und das war Sylvie.«
DAF erfanden einen Sound, den es zuvor nicht gab. Wie stark Robert Görl diesen geprägt hat, wird nun deutlicher denn je. Wenn man »Dark Silver Moon Light« hört, wird klar, dass Görl die Musik für die allermeisten DAF-Hits geschrieben und damit den Stil der Gruppe entscheidend beeinflusst hat. Darüber hinaus entwickelte er auch in seinen Solo- und weiteren Projekten eine signifikante musikalische Handschrift, die diesem Album unauslöschlich eingeschrieben ist. Der patentierte GÖRL-Sound wirkt vital und mitreißend wie eh und je und hat den Test der Zeit makellos bestanden.
Dass dieser Sound heute so unmittelbar und kraftvoll klingt, ist nicht zuletzt Sylvie Marks’ Expertise zu verdanken. »Ich habe einen leichten Hang zum Perfektionismus und kenne mich ganz gut mit Gesang aus«, sagt sie. »Beides konnte ich sehr gut einbringen und so sind wir dann zusammen ins kalte Wasser gesprungen.«
Sylvie Marks begann am Klavier, wurde später Keyboarderin, dann DJ und Produzentin. Ihre gebündelte Erfahrung ist unmittelbar in die Produktion von »Dark Silver Moon Light« eingeflossen. Das Album klingt transparent und maximal aufgeräumt, wodurch es eine enorme Dringlichkeit entfaltet. Die Spuren der gemeinsam geschriebenen zehn Songs sind rasiermesserscharf voneinander getrennt und gewinnen gerade durch diese Transparenz eine beeindruckende Tiefe.
Die Basis der Musik von GÖRL sind die ikonischen Sequenzen von Robert Görl. »Die Sequenz ist immer das Erste, das war bei mir schon immer so«, sagt er. »An so einer Sequenz arbeite ich unermüdlich einen ganzen Tag lang. Das kann eine abstrakte Bass- oder Gitarrenlinie sein, die ich immer weiter präzisiere und auf den Punkt bringe.«
In der Veredelung durch Sylvie Marks klingen diese Sequenzen so dringlich wie selten zuvor.






